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Accordio – Akkordeon lernen

Akkordeon Hersteller und Marken (große Übersicht)

Das Akkordeon hat eine reiche Tradition. Viele Länder und Regionen haben daher auch eine ganz eigene Tradition der Akkordeon-Herstellung. Deshalb gibt es teils große Unterschiede in Bauart und Klang. Hier findest du eine Liste der weltweit wichtigsten Hersteller. Diese Liste kann fehlerhaft oder unvollständig sein. Wende dich bei Fragen oder Anmerkungen gerne in den Kommentaren an uns.

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Das Akkordeon hat eine reiche Tradition. Viele Länder und Regionen haben daher auch eine ganz eigene Tradition der Akkordeon-Herstellung – und damit teils große Unterschiede in Bauart, Klangcharakter und Spielweise. Hier findest du eine möglichst vollständige Liste der weltweit wichtigsten Hersteller und Marken: von den großen Fabrikanten bis zu den kleinen Werkstätten, von lebendigen Manufakturen bis zu historischen Pionieren, ohne die es das moderne Akkordeon nicht gäbe.

Diese Liste kann fehlerhaft oder unvollständig sein. Hast du Ergänzungen oder Korrekturen? Schreib uns gerne in den Kommentaren.


Deutschland

Hohner

Zeitraum: seit 1857; Akkordeonproduktion seit 1903

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano-, Knopf-, chromatische und diatonische Akkordeons vom Schüler- bis Profibereich

Hohner ist wohl die bekannteste deutsche Akkordeonmarke überhaupt – und eine der einflussreichsten weltweit. Gegründet 1857 vom Uhrmacher Matthias Hohner in Trossingen, startete die Akkordeonproduktion erst nach seinem Tod, als seine Erben ab 1903 das neue Instrument ins Programm aufnahmen. Was folgte, war eine Erfolgsgeschichte: Auf dem Höhepunkt beschäftigte Hohner 5.000 Mitarbeiter und produzierte jährlich bis zu 30.000 Akkordeons in über 1.200 Modellvarianten. Besonders prägend war der Beitrag italienischer Konstrukteure wie Venanzio Morino und später Giovanni Gola, die den Instrumenten einen ganz eigenen Klangcharakter gaben. Die legendären Serien Morino und Gola gelten bis heute als Referenzinstrumente im Konzertbereich. Weniger bekannt ist, dass Hohner 1927 das erste Akkordeonorchester der Welt gründete – als Werbelokomotive für das Instrument. 2014 übernahm der taiwanesische Konzern KHS das Unternehmen; die Entwicklung und Endkontrolle bleiben in Trossingen.


Weltmeister / Harmona

Zeitraum: Klingenthaler Tradition ab ca. 1852; als Marke Weltmeister seit DDR-Zeit

Status: historisch (Insolvenz Ende 2024)

Schwerpunkt: Chromatische und diatonische Serienakkordeons; bis zu 95 % Fertigungstiefe in Deutschland

Die Geschichte der Weltmeister-Akkordeons ist zugleich die Geschichte des Klingenthaler „Musikwinkels". Bereits 1852 brachte der Tischler Adolph Herold ein Akkordeon aus Magdeburg mit in die Gegend – und löste damit eine Industrie aus, die bis zu 3.500 Mitarbeiter beschäftigen sollte. In der DDR wurden die Manufakturen zum VEB Klingenthaler Harmonikawerke zusammengefasst; Weltmeister war fortan die Marke des Ostens, Hohner die des Westens. Nach der Wiedervereinigung entstand daraus 1992 die Harmona Akkordeon GmbH, lange Zeit als älteste noch produzierende Akkordeonfabrik der Welt geführt. Was Kenner besonders schätzten: Fast alle Teile entstanden direkt in Klingenthal, lediglich die Stimmplatten wurden zugekauft. Ende 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an und stellte den Betrieb ein – ein Einschnitt für die gesamte Akkordeonwelt.


Klingenthaler Harmonikawerke / VEB

Zeitraum: 1948 gegründet (als Zusammenschluss), aufgelöst nach 1990

Status: historisch

Schwerpunkt: Massenproduktion chromatischer und diatonischer Akkordeons für über 40 Exportländer

Der VEB Klingenthaler Harmonikawerke war die organisierte Zusammenfassung von Dutzenden privater Betriebe, die die DDR-Führung ab 1948 in einen einzigen volkseigenen Betrieb überführte. Bereits 1961 verließen dort jährlich über 125.000 Akkordeons die Fertigungsstraßen. Unter dem Dach des VEB entstanden auch der Synthesizerhersteller Vermona sowie zahlreiche Erfindungen – darunter eine zweiachsig gelagerte Plasttastatur und eine komplett herausnehmbare Mechanik, die Reparaturen erheblich vereinfachte. Die Marken aus dieser Zeit – Royal Standard, Barcarole, Galotta – sind heute begehrte Sammlerstücke.


Cantulia / Kahnt & Uhlmann

Zeitraum: ab ca. 1880

Status: historisch

Schwerpunkt: Chromatische und diatonische Akkordeons; Handzuginstrumente aus Altenburg

Cantulia gehört zu den ältesten deutschen Akkordeonmarken überhaupt und war eng mit den Firmen Kahnt & Uhlmann aus Altenburg verbunden. Die Instrumente waren vor allem in der Zeit um die Jahrhundertwende verbreitet und gelten heute als gesuchte historische Sammlerobjekte.


Friedrich Geßner

Zeitraum: ab 1845 in Magdeburg

Status: historisch

Schwerpunkt: Frühe diatonische Akkordeons; Ausgangspunkt des Klingenthaler Akkordeonbaus

Friedrich Geßner ist insofern bemerkenswert, als seine Instrumente aus Magdeburg 1852 den Weg nach Klingenthal fanden – durch Adolph Herold, der sie in der elterlichen Werkstatt nachbaute. Damit löste Geßner, ohne es wohl zu ahnen, eine der produktivsten Akkordeon-Industrieregionen Deutschlands aus.


Traugott Schneider

Zeitraum: ab 1858

Status: historisch

Schwerpunkt: Frühe diatonische Akkordeons und Handharmonikas aus dem Magdeburger Raum

Traugott Schneider gehört – gemeinsam mit Friedrich Geßner – zu den Pionieren des frühen deutschen Akkordeonbaus. Im Magdeburger Umfeld entstanden in dieser Zeit zahlreiche kleine Werkstätten, die das Instrument aus Wien und Wien-nahen Regionen übernahmen und weiterentwickelten.


Heinrich Wagner

Zeitraum: ca. 1836–1890

Status: historisch

Schwerpunkt: Frühe Handharmonikas; einer der ältesten deutschen Hersteller überhaupt

Heinrich Wagner zählt zu den frühesten deutschen Herstellern von Handharmonikas und ist damit ein direkter Zeitgenosse der Akkordeon-Erfindung selbst. Die genaue Werksgeschichte ist wenig dokumentiert – was ihn aber nicht weniger bedeutsam macht für die frühe Verbreitung des Instruments in Deutschland.


Öllerer

Zeitraum: seit 1948

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Harmonikas und Steirische Harmonikas aus Freilassing

Öllerer ist einer der wenigen deutschen Hersteller, der sich bis heute auf handgefertigte diatonische Instrumente spezialisiert hat. Die Werkstatt in Freilassing (Bayern) produziert Steirische Harmonikas, die besonders im Alpenraum gespielt werden und für ihren warmen, charaktervollen Klang bekannt sind.


Hartenhauer

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas und diatonische Instrumente; auch Bandoneonbau

Uwe Hartenhauer ist einer der wenigen deutschen Handwerker, die noch Bandoneons nach historischem Vorbild bauen – eine Nische innerhalb einer Nische. Daneben entstehen in seiner Werkstatt Steirische Harmonikas in handwerklicher Einzelfertigung.


Schneeberg

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Harmonikas; Einzelwerkstatt

Schneeberg ist ein weiterer Vertreter der kleinen deutschen Handwerkstradition im diatonischen Bereich und produziert vor allem für Spieler, die maßgefertigte Instrumente suchen.


Italien

Castelfidardo, eine kleine Stadt in den Marken nahe Ancona, ist das Herz der italienischen Akkordeonindustrie. Über 50 Hersteller und Werkstätten – viele davon auf engstem Raum – teilen sich dort eine gemeinsame Obsession: den perfekten Klang.

Paolo Soprani

Zeitraum: seit 1863

Status: aktiv als Marke (heute unter Pasco Italia)

Schwerpunkt: Diatonische und chromatische Akkordeons; Gründungsmarke der italienischen Akkordeonindustrie

Paolo Soprani war kein Erfinder – aber ein Pionier. Als er 1863 in Castelfidardo die erste Akkordeonfabrik Italiens gründete, soll er von einem österreichischen Pilger ein frühes Cyrill-Demian-Instrument erworben haben, das ihn begeisterte. Was er daraus machte, veränderte eine ganze Stadt: Die Manufaktur, die in einem Weinkeller begann, wuchs zu einem Industriebetrieb heran, exportierte in die ganze Welt und gab Castelfidardo seinen Ruf als „Wiege des Akkordeons". Soprani wird auch die Entwicklung der bis heute gebräuchlichen 120-Bass-Mechanik zugeschrieben. Heute führt Pasco Italia die Marke weiter – das Palazzo Paolo Soprani im Herzen der Stadt steht als Denkmal offen.


Scandalli

Zeitraum: seit 1900

Status: aktiv (heute unter Menghini / Suani)

Schwerpunkt: Hochwertige Piano- und Knopfakkordeons; Konzert- und Profibereich

Silvio Scandalli begann 1900 in einer kleinen Haushaltswerkstatt in Camerano. Was ihn besonders auszeichnete: sein Gespür für Forschung und Patente, das die Marke schon früh von anderen abhob. 1948 beschäftigte das Unternehmen bereits 450 Menschen und produzierte über 1.000 Akkordeons im Monat. Der Höhepunkt: In den frühen 1950er Jahren entwickelte Silvio Scandalli mit den besten Technikern seines Hauses das Scandalli Super VI – bis heute von vielen als das beste Piano-Akkordeon bezeichnet, das je gebaut wurde. Zeitzeugen beschreiben es als einzigartig im Klang und unübertroffen in der Ansprache. Heute wird die Marke durch Menghini / Suani weitergeführt.


Pigini

Zeitraum: seit 1946

Status: aktiv

Schwerpunkt: Konzert-Akkordeons, Converter-Instrumente, Bayans; weltweite Referenzmarke im Hochpreissegment

Filippo Pigini gründete 1946 zusammen mit seinen vier Brüdern zunächst in Ancona, später in Castelfidardo. Was die Manufaktur auszeichnet, ist ihre konsequente Orientierung an professionellen Spielern: Pigini gilt als Referenzmarke für Trigger-Akkordeons (Converter), die das Umschalten zwischen Standardbass und freien Bässen ermöglichen. Weltberühmt sind die Modelle Sirius, Nova und Caruso. Das Topmodell Nova wird individuell von den erfahrensten Handwerkern der Manufaktur gefertigt – jedes Exemplar ein Unikat mit eigenem Charakter. Heute gehört auch Excelsior zum Pigini-Konzern.


Bugari Armando

Zeitraum: seit ca. 1900

Status: aktiv

Schwerpunkt: Handgefertigte Piano-, Knopf-, Bayan- und Converter-Akkordeons; auch Bandoneons

Bugari gehört zu den wenigen Castelfidardo-Herstellern, die noch ausschließlich handwerklich fertigen. Die Instrumente – Piano, Knopf, Bayan und Converter – entstehen in enger Zusammenarbeit mit professionellen Spielern und sind für ihre Ausgewogenheit zwischen Klangvolumen und Ansprechverhalten bekannt. Bugari und Zero Sette teilen sich heute denselben Produktionsstandort – zwei Marken, eine Fabrik.


Zero Sette

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Hochwertige Piano- und Knopfakkordeons; Schwester-/Parallelmarke zu Bugari

Zero Sette ist die zweite Marke im Bugari-Haus – konzipiert mit eigenem Sortiment und eigenem Auftritt, aber aus denselben Händen. Wer beide Marken nebeneinander sieht, erkennt den handwerklichen Gemeinsamen Nenner, trifft aber auf klar unterschiedliche Klangphilosophien.


Victoria

Zeitraum: seit 1919

Status: aktiv

Schwerpunkt: Hochwertige Piano-, Knopf- und Converter-Akkordeons aus Castelfidardo

Victoria ist eine der traditionsreicheren Adressen in Castelfidardo. Was die Manufaktur auszeichnet, ist eine besondere Sorgfalt bei der Stimmarbeit: Victoria-Instrumente gelten als besonders gleichmäßig intoniert, was sie bei Konzertakkordeonisten beliebt macht. Das Sortiment reicht von leistungsstarken Schülerinstrumenten bis zu hochklassigen Solistenmodellen.


Beltuna

Zeitraum: seit 1982

Status: aktiv

Schwerpunkt: Chromatische, diatonische und Steirische Harmonikas; bekannt für technische Innovationen

Beltuna entstand 1982, als zwei erfahrene Handwerker aus Castelfidardo beschlossen, ohne Kompromisse nach Exzellenz zu suchen. Das Ergebnis: eine Manufaktur, die sich durch technische Weiterentwicklung immer wieder neu erfunden hat – darunter die Dugmetara mit sechs Reihen, speziell für Balkan-Musik entwickelt. Auch im diatonischen Bereich und bei Steirischen Harmonikas ist Beltuna heute eine feste Größe.


Brandoni & Sons

Zeitraum: seit 1949

Status: aktiv (auch unter dem Markennamen byMarco)

Schwerpunkt: Piano-, Knopf- und diatonische Akkordeons; auch Naturholz-Design

Die Familie Bompezzo steht hinter Brandoni – einer Manufaktur, die in Castelfidardo für sorgfältige Handarbeit und ein ausgeprägtes Gespür für Design bekannt ist. Besonders auffällig: Brandoni war einer der Vorreiter beim Naturholz-Design, einer Ästhetik, die im Konzertbereich lange unüblich war. Heute läuft ein Teil des Sortiments auch unter dem Markennamen byMarco.


Dino Baffetti

Zeitraum: seit 1977

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Akkordeons, Melodeons und Folk-Instrumente; starke Position im irischen und europäischen Folkbereich

Dino Baffetti hat sich konsequent auf diatonische Instrumente spezialisiert – und das mit großem Erfolg. Besonders in der irischen und britischen Folk-Szene sind Baffetti-Instrumente weit verbreitet. Die Instrumente sind für ihre Zuverlässigkeit und ihren lebhaften Klang bekannt, der Folk-Musik besonders gut schmeichelt.


Castagnari

Zeitraum: seit 1914

Status: aktiv

Schwerpunkt: Hochwertige diatonische Akkordeons; weltweit führende Marke im diatonischen Premiumsegment

Castagnari ist unter Folk-Musikern eine Art heiliger Gral. Gegründet 1914 in der Werkstatt eines jungen Handwerkers und seiner Frau Ida, hat sich die Manufaktur über Generationen hinweg als Qualitätsreferenz für diatonische Instrumente etabliert. In den 1970ern spielte Castagnari eine entscheidende Rolle bei der Renaissance des diatonischen Akkordeons, als das Instrument gegenüber dem chromatischen fast vergessen war. Heute entstehen die Instrumente noch immer aus den feinsten Materialien und gelten als besonders langlebig.


Cooperfisa

Zeitraum: seit 1921

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano-, chromatische und diatonische Akkordeons; einer der wenigen Castelfidardo-Hersteller, der auch Bandoneons baut

Cooperfisa ist eine Kooperative mit langer Geschichte – und eine der wenigen Adressen in Castelfidardo, wo du neben Piano- und Knopfakkordeons auch Bandoneons findest. Das macht sie zu einer ungewöhnlich breiten Werkstatt im Spektrum der Handzuginstrumente.


Fisitalia / CI & EMME

Zeitraum: seit 1995

Status: aktiv

Schwerpunkt: Professionelle Piano- und chromatische Akkordeons; komplett handgefertigte Instrumente

Fisitalia ist eine der jüngeren Manufakturen aus Castelfidardo – aber keine, bei der Jugend für Kompromisse stünde. Die Instrumente entstehen vollständig in Handarbeit und sind auf professionelle und anspruchsvolle Spieler ausgerichtet. Die Werkstatt baut enge Beziehungen zu Künstlern auf und fertigt auf Wunsch individuelle Spezifikationen.


Serenellini

Zeitraum: seit 1978

Status: aktiv (Loreto, nahe Castelfidardo)

Schwerpunkt: Handgefertigte Piano-, Knopf- und diatonische Akkordeons

Serenellini fertigt seit 1978 in artigianaler Tradition – was in diesem Kontext bedeutet: alles in Handarbeit, alles auf den Spieler abgestimmt. Die Werkstatt in Loreto ist bewusst klein geblieben und hat sich damit einen Ruf für Qualität ohne Massenproduktion erworben. Besonders im internationalen Profi-Umfeld ist Serenellini eine geschätzte Adresse.


Siwa & Figli

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano- und Knopfakkordeons für Balkan-Musikstile; bekannt im US-amerikanischen Markt

Gegründet von Ivan Stanojlovic in Castelfidardo, hat sich Siwa & Figli besonders durch seine Verbindung zur Balkan-Musik einen Namen gemacht. Die Instrumente sind in Europa, den USA, Kanada und Brasilien verbreitet und werden für ihr ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis im professionellen Bereich geschätzt.


Fismen

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons; über 50 Modelle für Klassik, Jazz und Volksmusik

Fismen arbeitet in Castelfidardo mit dem Anspruch, Kompetenz und handwerklichen Geschmack mit konsequenter Qualitätskontrolle zu verbinden. Das Sortiment umfasst über 50 Modelle und spricht Spieler von der Volksmusik bis zum klassischen Konzertbetrieb an.


Polverini

Zeitraum: modern

Status: aktiv (Porto Recanati, nahe Castelfidardo)

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons im mittleren und gehobenen Preissegment

Polverini ist ein weiterer Vertreter der Castelfidardo-Region, der sich auf Piano- und chromatische Instrumente spezialisiert hat. Die Manufaktur ist besonders in Südeuropa und im deutschsprachigen Raum verbreitet.


Excelsior

Zeitraum: seit 1924

Status: aktiv als Marke (heute unter Pigini)

Schwerpunkt: Premium-Konzertakkordeons; Piano und Knopf

Excelsior startete in den USA und wurde rasch zu einer der renommiertesten Marken im Konzertbereich. In Europa entstanden die Instrumente lange in Castelfidardo, bevor Pigini die Marke übernahm. Der Name steht heute für einen besonders ausgewogenen, kraftvollen Klang – geschätzt von Konzertspielerinnen und Orchestermusikerinnen weltweit.


Dallapé

Zeitraum: 1876–ca. 2010

Status: historisch

Schwerpunkt: Chromatische Akkordeons aus Stradella (bei Pavia); der zweite große Pionier Italiens

Während Castelfidardo als Zentrum der Akkordeonproduktion gilt, war Stradella südlich von Mailand der zweite wichtige Entstehungsort. Mariano Dallapé gründete 1876 dort seine Werkstatt – nur 13 Jahre nach Paolo Soprani – und machte Stradella zu einem eigenständigen Produktionspol für hochwertige chromatische Instrumente.


Borsini

Zeitraum: seit 1922; Ende der Produktion ca. 2010–2020

Status: historisch

Schwerpunkt: Free-Bass- und Converter-Akkordeons; besonders geschätzt im klassischen und Jazz-Bereich

Borsini war lange eine der ersten Adressen für Musikerinnen und Musiker, die freie Bässe oder Converter-Systeme suchten. Die chromatischen Bässe der Borsini-Instrumente galten als besonders präzise und klangreich – Jazz- und Klassiksolisten schätzten sie weltweit.


Farfisa

Zeitraum: ab 1946 als Akkordeonhersteller

Status: historisch im Akkordeonbau; später bekannt für Elektronikorgeln

Schwerpunkt: Massenproduktion von Akkordeons; Fusion mehrerer Castelfidardo-Marken

Farfisa – kurz für Fabbriche Riunite di Fisarmoniche – entstand 1946 aus dem Zusammenschluss von Scandalli, Settimio Soprani und Frontalini. Auf dem Höhepunkt produzierte das Unternehmen täglich 180 Akkordeons. Später wurde Farfisa vor allem für seine elektronischen Orgeln bekannt, die in den 1960ern zum Sound von Rockbands wie den Animals wurden. Im Akkordeonbau ist Farfisa heute historisch.


Crucianelli

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Piano- und Knopfakkordeons; das ehemalige Fabrikgebäude in Castelfidardo dient heute als Hotel Parco

Crucianelli war eine bedeutende Castelfidardo-Marke, die besonders im Export-Segment erfolgreich war. Dass das ehemalige Fabrikgebäude heute ein Hotel beherbergt, ist ein treffendes Sinnbild für die wirtschaftlichen Verwandlungen, die die Akkordeonindustrie in Castelfidardo durchlebt hat.


Settimio Soprani

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch; Marke heute unter Menghini / Suani

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons; Mitgründer von Farfisa

Settimio Soprani – nicht zu verwechseln mit Paolo Soprani – war eine eigenständige Castelfidardo-Marke und gehörte 1946 zu den drei Gründungshäusern von Farfisa. Die Marke lebt heute unter dem Dach von Menghini / Suani weiter.


Frontalini

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons; Mitgründer von Farfisa

Frontalini war der dritte im Bunde der Farfisa-Gründer und steht exemplarisch für die engen Verflechtungen, die den Castelfidardo-Akkordeonbau über Jahrzehnte prägten.


Galanti

Zeitraum: spätes 19. / 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Früher im Akkordeonbau aktiv; später bekannt für elektronische Tasteninstrumente

Galanti gehört zu den Pionieren des italienischen Handzuginstrumentenbaus und hat im 20. Jahrhundert den Übergang in den Markt der elektronischen Orgeln vollzogen – eine Entwicklung, die mehrere Akkordeonhersteller dieser Ära teilten.


Piatanesi

Zeitraum: seit 1920

Status: aktiv als kleiner Hersteller / Werkstatt in Castelfidardo

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons in kleiner Stückzahl

Piatanesi ist eine der kleinen, beständigen Werkstätten in Castelfidardo, die das Handwerk in ruhiger Kontinuität weiterführen – ohne große Marktpräsenz, aber mit treuer Anhängerschaft unter Kennern.


Ballone Burini (FBB)

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: aktiv (heute als FBB bekannt)

Schwerpunkt: Hochwertige Piano- und Knopfakkordeons aus Castelfidardo

Ballone Burini steht für eine handwerkliche Tradition im mittleren bis gehobenen Segment. Die Instrumente – heute unter dem Namen FBB gelistet – werden von Spielern geschätzt, die Wert auf einen warmen, balancierten Klang legen.


Menghini / Suani

Zeitraum: seit den späten 1980ern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Distributor und Hersteller für Scandalli, Paolo Soprani und SEM; breites Spektrum von diatonisch bis Free-Bass

Menghini srl ist heute der Distributionsarm, unter dem drei große Traditionsmarken vereint sind: Scandalli, Paolo Soprani und SEM. Das Unternehmen deckt damit ein besonders breites Spektrum ab – von den kleinsten diatonischen Instrumenten bis zu hochkomplexen Free-Bass-Akkordeons.


Mengascini

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano-, chromatische und diatonische Akkordeons; Direktvertrieb aus Castelfidardo

Mengascini ist eine der kleinen, feinen Adressen in Castelfidardo. Wer dort kauft, bekommt ein Instrument direkt aus der Manufaktur – und oft auch die Möglichkeit, spezifische Wünsche einzubringen.


Anacleto

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Akkordeons für Norteño und Tex-Mex; führende Marke in diesem Musikstil

Anacleto (oft auch „Rey del Norte" genannt) ist in Europa kaum bekannt, in Mexiko und den USA aber ein echter Star. Die zwei- oder dreireihe diatonische Akkordeons dieser Marke prägen den Klang der Norteño-Musik, die in Nordmexiko und den texanischen Grenzregionen zuhause ist.


Alberto Morbidoni

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons aus Castelfidardo

Morbidoni war eine eigenständige Castelfidardo-Marke, die zum breiten Ökosystem der dortigen Akkordeonindustrie gehörte. Wie viele kleinere Häuser aus dieser Zeit ist sie heute historisch, aber in alten Instrumenten und Katalogen noch präsent.


Giustini / Giustozzi

Zeitraum: historisch / teilweise noch aktiv

Status: aktiv (Giustozzi)

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons; Giustozzi baut auch Bandoneons

Giustozzi ist einer der wenigen Hersteller in Castelfidardo, der noch Bandoneons im Sortiment führt – neben klassischen Piano- und Knopfakkordeons. Das macht die Werkstatt zu einer ungewöhnlichen Adresse für Spieler, die das Spektrum der Handzuginstrumente erkunden wollen.


Ottavianelli

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons aus Castelfidardo

Ottavianelli gehört zu den aktiven kleineren Herstellern in Castelfidardo, die das handwerkliche Erbe der Stadt lebendig halten. Die Instrumente sind vor allem in Italien und Südeuropa verbreitet.


Österreich

Strasser

Zeitraum: seit 1926

Status: aktiv (Graz/Seiersberg)

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas in Handarbeit; besonders für Profi- und Orchester-Spieler

Strasser ist eine der ältesten und renommiertesten Adressen für Steirische Harmonikas in Österreich. Seit knapp 100 Jahren entstehen hier Instrumente, die für ihren kräftigen, klaren Klang bekannt sind – und die bei professionellen Volksmusikern der Alpenregion erste Wahl sind.


Harmonika Müller

Zeitraum: seit 1975 (Bad St. Leonhard, Kärnten)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Handgefertigte Steirische Harmonikas; breite Modellpalette für Einsteiger bis Profis

In Österreich werden jährlich etwa 20.000 diatonische Harmonikas produziert – und Müller ist einer der wichtigsten Hersteller in diesem Markt. Die Manufaktur in Bad St. Leonhard ist bekannt für ihre solide Handarbeit und ein Sortiment, das vom Schülerinstrument bis zum Konzertmodell reicht.


Novak

Zeitraum: über 100 Jahre Tradition (Klagenfurt)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas; einer der ältesten österreichischen Hersteller

Novak in Klagenfurt gehört zu den Betrieben, die die österreichische Harmonikatradition über Generationen bewahrt haben. Die Instrumente sind im Kärntner Raum besonders verwurzelt.


Kärntnerland / Karl Schwarz

Zeitraum: modern

Status: aktiv (Mölln, Oberösterreich)

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas und Maultrommel-Manufaktur

Karl Schwarz ist ein ungewöhnlicher Betrieb – eine der wenigen Werkstätten weltweit, die Maultrommel-Fertigung mit dem Harmonikabau kombiniert. Die Steirischen Harmonikas des Hauses sind handwerklich gepflegt und im Volksmusik-Bereich geschätzt.


Jamnik

Zeitraum: modern

Status: aktiv (Ehrenhausen, Südsteiermark)

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas; Familienbetrieb in der Südsteiermark

Jamnik ist ein kleiner Familienbetrieb aus der Südsteiermark, der Steirische Harmonikas für die regionale Volksmusik fertigt.


Schmidt

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas


Zernig

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Steirische Harmonikas; eigene Tuning-Philosophie


Sammer

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Leichte Steirische Harmonikas; bekannt für besonders handliche Bauweise

Sammer ist eine Adresse für Spielerinnen und Spieler, die bei der Steirischen Harmonika besonderen Wert auf geringes Gewicht und gute Ergonomie legen.


Schweiz

Eichhorn Schwyz

Zeitraum: seit 1886

Status: aktiv

Schwerpunkt: Schwyzerörgeli; ältester noch aktiver Hersteller dieses Instruments

Das Schwyzerörgeli ist ein typisch schweizerisches diatonisches Akkordeon mit eigenem Charakter – und Eichhorn in Schwyz baut es seit 1886. Was das Instrument so besonders macht: Es hat drei Reihen, ist wechseltönig und klingt unverwechselbar nach Innerschweizer Volksmusik. Alois Eichhorn legte den Grundstein; die Werkstatt hat das Handwerk über mehrere Generationen lebendig gehalten.


Alois Eichhorn

Zeitraum: ab 1886

Status: historisch als Person; Namensgeber der noch aktiven Werkstatt

Schwerpunkt: Pionier des Schwyzerörgeli-Baus in Schwyz

Alois Eichhorn gilt als Gründervater des Hauses Eichhorn – und damit als einer der entscheidenden Figuren in der Geschichte des Schwyzerörgelis. Seine Werkstatt legte den Grundstein für eine Tradition, die über 130 Jahre andauert.


Ernst Salvisberg

Zeitraum: frühes 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Frühe Schwyzerörgeli-Herstellung

Ernst Salvisberg gehört zu den frühen Schwyzerörgeli-Bauern der Innerschweiz und steht für eine Zeit, in der das Instrument noch von Hand zu Hand weitergebaut wurde – ohne Katalog, ohne Fabrik, nur mit Geschick und Gehör.


Robert Iten

Zeitraum: 1880er Jahre

Status: historisch

Schwerpunkt: Frühes Schwyzerörgeli; einer der ersten Dokumentierten

Robert Iten zählt zu den frühest dokumentierten Örgeli-Bauern überhaupt. Seine Instrumente sind für Musikhistoriker der Schweizer Volksmusik wertvolle Zeugnisse einer Entstehungszeit, über die wenig überliefert ist.


Josef Nussbaumer

Zeitraum: Höhepunkt ca. 1920–1929

Status: historisch

Schwerpunkt: Geschätzte Schwyzerörgeli und Akkordeons; legendäre Handarbeit

Josef Nussbaumer gilt unter Kennern der Schweizer Volksmusik als einer der bedeutendsten Örgeli-Bauer überhaupt. Seine Instrumente aus den 1920ern sind bis heute bei Sammlern begehrt.


Langnauerli-Werkstätten

Zeitraum: ab ca. 1836

Status: historisch

Schwerpunkt: Frühe diatonische Vorläufer des Schwyzerörgelis; Emmental als Wiege des Schweizer Harmonikabaus

Das Emmental – und insbesondere Langnau – gilt als Geburtsort des Schwyzerörgelis. Hier entstanden ab den 1830ern die ersten diatonischen Instrumente, die den Grundstein für eine bis heute lebendige Volksmusiktradition legten.


Frankreich

Cavagnolo

Zeitraum: seit 1904 (in Frankreich / Lyon seit 1923)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Chromatische und Musette-Akkordeons; auch digitale Systeme; bekannt für Ergonomie und Klangtreue

Domenico Cavagnolo begann 1904 in Norditalien mit dem Akkordeonbau, bevor er 1923 nach Lyon emigrierte. Was er dort aufbaute, ist heute Frankreichs bekanntester Akkordeonhersteller. Cavagnolo-Instrumente stehen für eine besonders ergonomische Bauweise – die abgerundete linke Hand und das charakteristische Kugelventilsystem sind seit Jahrzehnten Markenzeichen. Seit einigen Jahren investiert Cavagnolo stark in digitale Systeme: Die Digit-Serie erlaubt es, 200 Register frei zu editieren. Für die klassisch-akustische Welt gibt es die New Technology-Reihe mit Karbonfaserkörpern, die Gewicht spart, ohne den berühmten Cavagnolo-Sound zu opfern. In der Musette-Szene – dem Herzstück der französischen Akkordeonkultur – bleibt Cavagnolo die erste Adresse.


Maugein

Zeitraum: 1919–2024; Neustart ab 2025 angekündigt

Status: neu gestartet / Status ungewiss

Schwerpunkt: Akustische Akkordeons komplett in Frankreich gefertigt; letzter vollständiger Inlandshersteller Frankreichs

Maugein aus Tulle war lange Zeit einzigartig: als einziger französischer Hersteller, der sämtliche Teile seiner Akkordeons selbst produzierte – von den handgenagelten Stimmplatten (eine Mitarbeiterin schlug in 37 Jahren rund 11,25 Millionen Nägel ein) bis zum selbst gefertigten Balg. 2024 schloss das Unternehmen nach über 100 Jahren. Ein ehemaliger Mitarbeiter übernahm mit weiteren Gesellschaftern und kündigte für 2025 einen Neustart an – wobei einige Teile künftig zugekauft werden sollen. Ob der Neustart gelingt, bleibt abzuwarten. Der Name Maugein steht jedenfalls für eine Eigenständigkeit, die im heutigen Akkordeonbau selten geworden ist.


Saltarelle

Zeitraum: seit 1984

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Akkordeons für europäische Folk-Musik; Entwicklung in Frankreich, Fertigung in Italien

Saltarelle ist eine französische Marke mit einem klaren Profil: moderne diatonische Instrumente für die Folk-Szene in Westeuropa. Die Entwicklung erfolgt in Frankreich; gefertigt wird in Italien. Für Bretonische Musik, Bal-folk und ähnliche Stile ist Saltarelle in Frankreich eine der meistgespielten Marken.


Bertrand Gaillard

Zeitraum: seit 1981

Status: aktiv; nur auf Bestellung

Schwerpunkt: Diatonische Instrumente mit legendärem Ruf; lange Wartezeiten als Qualitätsmerkmal

Bertrand Gaillard baut diatonische Akkordeons ausschließlich auf Bestellung – und die Wartezeit ist entsprechend lang. Wer ein Gaillard-Instrument besitzt, hat etwas, das kaum ein anderer hat: ein Stück handwerklicher Überzeugung, das keine Kompromisse kennt.


Accordiola / Marceau / Piermaria (historische Musette-Marken)

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Chromatische Akkordeons für die Pariser Musette-Szene

Marken wie Accordiola, Marceau und Piermaria stehen für die goldene Ära der Pariser Musette – die Zeit, in der das Akkordeon zum Soundtrack der französischen Hauptstadt wurde. Piermaria (Nazzareno Piermaria, Rue de Charenton, Paris) war besonders für seine Double-Clavier-Instrumente bekannt. Heute sind diese Instrumente begehrte Sammlerstücke für Liebhaber des klassischen Musette-Klangs.


Fratelli Crosio

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Chromatische Akkordeons; italienische Hersteller im Pariser Musette-Markt

Crosio ist ein Beispiel für die italienische Diaspora im Pariser Akkordeonbau: Viele der Instrumente, die den Musette-Sound prägten, kamen aus italienischen Händen – auch wenn sie in Paris gefertigt und verkauft wurden.


Tschechien

Delicia

Zeitraum: seit 1920

Status: aktiv (Louny)

Schwerpunkt: Piano-, Knopfakkordeons und Heligonkas; bekannt für besonders hohe Fertigungstiefe

Delicia in Louny ist das tschechische Pendant zu Weltmeister oder Cavagnolo: ein Hersteller, der fast alle Teile seiner Instrumente selbst fertigt – inklusive Stimmplatten. Das macht Delicia zu einer der wenigen vollintegrierten Akkordeon-Manufakturen der Welt. Besonders die Heligonka – das tschechische diatonische Akkordeon – ist ein Kernprodukt, das in der Volksmusikszene Tschechiens und der Slowakei allgegenwärtig ist.


Lignatone

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Tschechoslowakische Marke für Akkordeons und weitere Musikinstrumente

Lignatone war in der Tschechoslowakei der wichtigste staatliche Hersteller für eine breite Palette an Musikinstrumenten – darunter auch Akkordeons, die in ganz Osteuropa verbreitet waren.


Slowenien

Franc Lubas

Zeitraum: vor 1914

Status: historisch

Schwerpunkt: Früher slowenischer Hersteller diatonischer Harmonikas

Franc Lubas gilt als Pionier des slowenischen Harmonikabaus und baute diatonische Instrumente in einer Tradition, die bis heute in Slowenien lebendig ist.


Melodija Mengeš

Zeitraum: Großproduktion ab 1972

Status: historisch

Schwerpunkt: Diatonische Harmonikas und Akkordeons für den jugoslawischen und osteuropäischen Markt

Melodija Mengeš war zu Jugoslawien-Zeiten ein bedeutender Hersteller für diatonische Instrumente und prägte den Klang der Volksmusik in weiten Teilen Südosteuropas.


Zupan

Zeitraum: modern (Mengeš)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Harmonikas und Steirische Harmonikas; international vertrieben

Zupan ist heute einer der bekanntesten slowenischen Hersteller mit internationalem Vertrieb. Die Instrumente verbinden slowenische Handwerkstradition mit modernem Design und sind besonders im Alpenraum und in Südosteuropa beliebt.


Rutar

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Hochwertige diatonische Harmonikas; Qualitätsorientiertes Nischensegment

Rutar ist ein kleinerer Hersteller, der für besonders sorgfältige Verarbeitung seiner diatonischen Instrumente bekannt ist.


Munda Harmonike

Zeitraum: seit 1999

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Harmonikas in slowenischer Tradition

Munda ist ein jüngerer Hersteller, der die diatonische Tradition Sloweniens mit modernen Methoden weiterführt.


Totter MIDI

Zeitraum: seit 1995

Status: aktiv

Schwerpunkt: MIDI-Systeme für diatonische Harmonikas; Technologiepionier aus Slowenien

Totter ist in der Akkordeonwelt vor allem als Entwickler von MIDI-Pickup-Systemen für diatonische Harmonikas bekannt – eine technische Nische, aber eine wichtige, die elektronische und traditionelle Spielwelten verbindet.


Russland

Tula / Tulskaya Garmon

Zeitraum: seit dem 19. Jahrhundert

Status: aktiv

Schwerpunkt: Garmon, Bayan und chromatische Akkordeons; Zentrum der russischen Handzuginstrumentenkultur

Tula ist für Russland, was Castelfidardo für Italien oder Klingenthal für Deutschland ist: das Herz der Akkordeon- und Harmonika-Produktion. Die Stadt südlich von Moskau hat eine über 150 Jahre alte Tradition im Bau von Garmons (russischen diatonischen Akkordeons), Bayans und anderen Handzuginstrumenten. Tula-Instrumente prägen bis heute die russische Volksmusik.


Jupiter

Zeitraum: UdSSR-Zeit bis heute

Status: aktiv

Schwerpunkt: Professionelle Konzert-Bayans; Referenzmarke für russische Wettbewerbsspieler

Jupiter ist unter Bayanspielerinnen und -spielern eine der begehrtesten Marken für Wettbewerbs- und Konzertinstrumente. Die Bayans zeichnen sich durch präzise Mechanik und ein für Russland typisches, besonders klangvolles Stimmzungen-Setting aus.


AKKO

Zeitraum: seit 1991

Status: aktiv

Schwerpunkt: Professionelle Konzert-Bayans; hochwertige Einzelfertigung

AKKO ist ein weiterer russischer Hersteller im professionellen Bayan-Segment und bekannt für seine sorgfältige Handarbeit und klanglich ausgereifte Instrumente.


Rubin / Etude / Kirov / Shuya

Zeitraum: UdSSR-Zeit

Status: historisch

Schwerpunkt: Sowjetische Serienmarken für Bayans und Garmons auf verschiedenen Spielniveaus

Diese Marken stehen für die breite Akkordeon- und Bayan-Versorgung der UdSSR in der Nachkriegszeit. Rubin und Etude waren besonders als Schülerinstrumente verbreitet; Kirov und Shuya bedienten das mittlere Segment. Viele dieser Instrumente sind in Osteuropa noch heute in Gebrauch.


Finnland / Skandinavien

Hagström (Schweden)

Zeitraum: Akkordeonproduktion 1932–1970

Status: historisch im Akkordeonbau (heute bekannte Gitarrenmarke)

Schwerpunkt: Piano- und chromatische Akkordeons; später berühmt für E-Gitarren

Hagström aus Älvdalen ist heute eine renommierte Gitarrenmarke – wenige wissen aber, dass das schwedische Unternehmen zwischen 1932 und 1970 auch Akkordeons baute und damit auf dem skandinavischen Markt eine wichtige Rolle spielte, bevor die Gitarren-Popularität das Sortiment komplett veränderte.


Harmonikka Oy / Kouvola (Finnland)

Zeitraum: 1932–1995

Status: historisch

Schwerpunkt: Chromatische Akkordeons für den finnischen Markt; wichtiger Lieferant für finnische Schulen und Orchesterstücke

Harmonikka Oy war der bedeutendste finnische Akkordeonhersteller des 20. Jahrhunderts und prägte über Jahrzehnte das Musikleben in Finnland – von Schulunterricht bis Konzertbühne.


Lasse Pihlajamaa (Finnland)

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch als eigenständige Marke; heute unter Pigini

Schwerpunkt: Chromatische Knopfakkordeons aus Finnland

Lasse Pihlajamaa ist ein interessanter Fall: Als Marke eigenständig aufgebaut, wurde sie später in den Pigini-Konzern integriert – was zeigt, wie eng die internationalen Verflechtungen im Akkordeonbau sind.


Niederlande

Frans van der Aa

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Hochwertige diatonische Akkordeons aus Einzelwerkstatt


Karel van der Leeuw

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Instrumente; niederländische Folk-Tradition


Noud Martinali

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Akkordeons; Einzelfertigung

Die Niederlande haben eine kleine, aber eigenständige Tradition im diatonischen Akkordeonbau. Van der Aa, van der Leeuw und Martinali sind ihre bekanntesten Vertreter – alle in Einzelwerkstätten tätig und vor allem in der niederländischen und belgischen Folk-Szene bekannt.


Irland

Cairdín

Zeitraum: erstes Instrument 1996

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Button Accordions für irische Musik; handwerkliche Spitzenqualität

Cairdín ist eine kleine irische Werkstatt, die sich auf diatonische Instrumente für Traditional Irish Music spezialisiert hat. In einer Musikszene, in der Instrument und Stil untrennbar verbunden sind, hat Cairdín einen exzellenten Ruf – die langen Wartezeiten sprechen für sich.


USA

Petosa

Zeitraum: seit 1922 (Seattle)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano- und Knopfakkordeons; Flagship-Marke für den nordamerikanischen Profi-Markt

Die Familie Petosa baut seit 1922 in Seattle Akkordeons und Musikinstrumentzubehör – als eine der wenigen US-amerikanischen Adressen, die noch handwerklich im Akkordeonbau tätig sind. Petosa ist ein gefragter Händler und Importeur; die eigengefertigten Instrumente sind besonders im nordamerikanischen Konzertbereich bekannt.


Titano

Zeitraum: seit ca. 1950er Jahren

Status: aktiv als Marke

Schwerpunkt: Piano- und Knopfakkordeons; meist in Zusammenarbeit mit italienischen Herstellern gefertigt

Titano ist eine wichtige US-Marke, die ihren Ursprung in der Nachkriegs-Akkordeon-Begeisterung Amerikas hat. Die Instrumente wurden oft in Zusammenarbeit mit italienischen Manufakturen gefertigt und bedienten den wachsenden Profi-Markt in den USA.


Gabbanelli USA

Zeitraum: moderne Marke (Houston, Texas)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Norteño- und Tex-Mex-Akkordeons; Kultmarke im mexikanisch-amerikanischen Raum

Gabbanelli ist im deutschsprachigen Raum fast unbekannt – in der Tex-Mex- und Norteño-Szene aber ein echter Superstar. Die diatonischen Instrumente aus Houston sind handgefertigt und für ihren durchsetzungsstarken, charakteristischen Klang bekannt, der zum Herzstück des mexikanischen Stils gehört.


Acadian / Marc Savoy

Zeitraum: seit 1966 (Eunice, Louisiana)

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Cajun-Akkordeons; kulturelles Erbe Louisianas

Marc Savoy ist in der Cajun-Musikwelt eine Legende. Sein kleines Geschäft in Eunice, Louisiana, baut handgefertigte diatonische Akkordeons – die sogenannten Cajun-Accordions – die im Klang ganz anders klingen als europäische Instrumente. Was ihn zusätzlich auszeichnet: Savoy ist auch ein bekannter Musiker und Kulturbewahrer des Cajun-Erbes.


Martin Cajun Accordions / Bon Cajun

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Diatonische Cajun-Instrumente; Louisiana-Tradition

Weitere Hersteller in der Louisiana-Cajun-Tradition, die den charakteristischen Sound dieser Musikkultur bewahren und weiterentwickeln.


Baldoni

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Diatonische Akkordeons; besonders im irisch-amerikanischen Markt bekannt

Baldoni war eine wichtige Marke für diatonische Instrumente in der irisch-amerikanischen Community – in einer Zeit, als irische Einwanderer in den USA ihre Musiktradition lebendig hielten und dafür erschwingliche, zuverlässige Instrumente brauchten.


PANcordion

Zeitraum: ca. 1940er–1960er Jahre

Status: historisch

Schwerpunkt: Piano- und Knopfakkordeons; wichtige US-Marke im Nachkriegsboom

PANcordion war während der großen Akkordeonbegeisterung der amerikanischen Nachkriegsjahre eine relevante Marke und ist heute ein gesuchtes Sammlerstück.


Lo Duca Bros.

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Import und Eigenmarke im US-Akkordeonmarkt; bedeutender Händler und Promoter des Instruments in Amerika

Die Familie Lo Duca war einer der wichtigsten Treiber der Akkordeonpopularität in den USA – als Importeure, Händler und unter eigenem Markennamen.


Iorio / Giulietti

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Italienisch-amerikanische Akkordeonmarken; Profi-Instrumente für den US-Konzertmarkt

Giulietti war besonders bekannt als Marke für hochwertige Konzertakkordeons und hat zahlreiche amerikanische Solisten des 20. Jahrhunderts ausgerüstet.


Kanada

Marcel Messervier

Zeitraum: 20.–21. Jahrhundert; verstorben 2024

Status: historisch

Schwerpunkt: Diatonische Akkordeons in der Québecer Tradition; kulturelles Erbe Québecs

Marcel Messervier war nicht nur Akkordeonbauer, sondern auch Kulturträger: Seine diatonischen Instrumente in der Québecer Tradition – verwandt mit den französischen diatonischen Vorbildern, aber klanglich eigenständig – haben das Musikleben der frankophonen Kanadier über Jahrzehnte mitgeprägt. Mit seinem Tod 2024 ist eine wichtige Stimme dieser Tradition verstummt.


Brasilien / Südamerika

Todeschini

Zeitraum: 20. Jahrhundert (Bento Gonçalves, Rio Grande do Sul)

Status: historisch

Schwerpunkt: Brasilianische Akkordeons; geprägt von der deutschen und italienischen Einwandererkultur in Südostbrasilien

Todeschini ist in Brasilien ein Symbol für die Verbindung europäischer Handwerkstradition mit südamerikanischem Musikgefühl. Die Instrumente aus Rio Grande do Sul prägten den Gaúcho-Stil und das brasilianische Forró-Repertoire. Heute sind Todeschini-Akkordeons gesuchte Vintage-Stücke.


Minuano

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch / Marke

Schwerpunkt: Brasilianische diatonische und chromatische Akkordeons; Volksmusikpflege

Minuano steht für brasilianische Volksmusik und ist eng mit dem Forró und dem Baião verbunden – Stilen, in denen das Akkordeon die Hauptrolle spielt.


Universal / Pampiana

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Südamerikanische Akkordeonmarken für diatonische und chromatische Instrumente

Universal und Pampiana stehen für die breite Akkordeonkultur Südamerikas jenseits der großen brasilianischen Zentren. Beide Marken bedienten vor allem einheimische Spieler und regionale Musikstile – heute historisch, aber Teil der lebendigen Volksmusiktradition des Kontinents.


China

Parrot

Zeitraum: 20./21. Jahrhundert

Status: aktiv

Schwerpunkt: Piano-, Knopf- und diatonische Akkordeons im Serien- und Mittelklassesegment

Parrot ist eine der bekanntesten chinesischen Akkordeonmarken im deutschsprachigen Raum und ein häufig gewähltes Einstiegsinstrument. Die Qualität hat sich über die Jahre deutlich verbessert; viele europäische Händler führen Parrot als solide, preisgünstige Alternative.


Jinbao

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Akkordeons und andere Musikinstrumente für den Weltmarkt; breites Sortiment


Golden Cup

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Einsteiger- und Mittelklasseakkordeons


Baile

Zeitraum: modern

Status: aktiv

Schwerpunkt: Günstige bis mittlere Einstiegsakkordeons

Die chinesischen Hersteller bedienen heute einen großen Teil des weltweiten Einsteigermarkts. Die Instrumente sind deutlich günstiger als europäische Pendants – und für den ersten Schritt in die Akkordeonwelt oft völlig ausreichend. Für langfristige Freude und hörbare Fortschritte lohnt es sich allerdings, früh in ein europäisches Qualitätsinstrument zu investieren.


Weitere

Roland (Japan)

Zeitraum: seit 1972; V-Accordion-Serie seit 2004

Status: aktiv

Schwerpunkt: Digitale und hybride Akkordeons; kein akustisches Stimmzungeninstrument

Roland hat mit seiner V-Accordion-Serie eine eigene Kategorie geschaffen: digitale Instrumente, die klanglich überzeugend sind, aber komplett ohne Stimmzungen auskommen. Für Bühnenmusiker, die mit einem einzigen Instrument möglichst viele Klangfarben und Stile abdecken wollen, ist Roland eine ernstzunehmende Option.


Korg (Japan)

Zeitraum: seit 1962; digitale Akkordeons seit den 2010er Jahren

Status: aktiv

Schwerpunkt: Digitale Akkordeons mit Sampling- und MIDI-Technologie; kein akustisches Stimmzungeninstrument

Korg ist im Akkordeonbereich vor allem durch die FISA Suprema bekannt – ein digitales Instrument, das besonders im portugiesischen und spanischen Markt Aufmerksamkeit erregt hat. Wie Roland bietet Korg keinen akustischen Stimmzungenklang, aber eine breite Palette von Klangvorlagen.


Alfred Arnold (Deutschland)

Zeitraum: ca. 1911–1949 (Carlsfeld, Erzgebirge)

Status: historisch

Schwerpunkt: Bandoneons; Referenzmarke für Tango-Bandoneón weltweit

Alfred Arnold baute in Carlsfeld im Erzgebirge Bandoneons – und zwar die besten, die je existiert haben. Das sagen zumindest die argentinischen Tangospieler, die für ein original „AA"-Bandoneon teils Jahrzehnte auf der Suche sind. Die Instrumente gelten als unübertroffen im Klang und sind heute auf dem Markt für mehrere Tausend Euro zu finden. Technisch gehören Bandoneons nicht zu den klassischen Akkordeons, teilen aber das Prinzip der freischwingenden Zunge.


Arno Arnold (Deutschland)

Zeitraum: 20. Jahrhundert

Status: historisch

Schwerpunkt: Bandoneons und Konzertinas aus dem Erzgebirge


Wheatstone (England)

Zeitraum: seit 1829

Status: aktiv

Schwerpunkt: English Concertinas und Duet Concertinas; ältester Hersteller von Freizungeninstrumenten weltweit

Charles Wheatstone erfand 1829 die englische Concertina – im gleichen Jahr, in dem Cyrill Demian das Akkordeon patentieren ließ. Kein Zufall: Die Idee der freischwingenden Zunge lag damals buchstäblich in der Luft. Wheatstone produziert in London bis heute Concertinas in Handarbeit – für Liebhaber irischer und englischer Folk-Musik eine der wenigen verbliebenen Manufakturen.


Lachenal (England)

Zeitraum: ca. 1858–1933

Status: historisch

Schwerpunkt: Concertinas; zweiter großer englischer Hersteller nach Wheatstone

Louis Lachenal lernte bei Wheatstone und gründete seine eigene Manufaktur – mit dem Ergebnis, dass er schließlich mehr Concertinas produzierte als sein Lehrmeister. Lachenal-Instrumente aus dem späten 19. Jahrhundert sind unter Sammlern und Spielern heute heiß begehrt.


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